In den Kantonen Tessin und Luzern ist der Anteil an effizienten Fahrzeugen dank Förderbeiträgen respektive reduzierten Motorfahrzeugsteuern signifikant höher als in anderen Teilen der Schweiz. Dies zeigten zwei der Referenten am diesjährigen e’mobile-Hilton-Apéro in Basel auf. Neben der Ökologisierung der kantonalen Motorfahrzeugsteuern standen die Erfahrungen mit Hybridfahrzeugen und mit Elektro-Zweirädern im Zentrum des öffentlichen Informationsabends.
Neue Technologien leiden am Anfang häufig unter Kinderkrankheiten. Dass dies beim Hybridantrieb nicht der Fall ist zeigten, die Referenten anlässlich des e’mobile-Hilton-Apéros. Zu diesem Informationsabend im Hotel Hilton Basel eingeladen haben die beiden Energiestädte Muttenz und Riehen zusammen mit dem schweizerischen Verband e’mobile. Eine Veranstaltung, welche die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie EnergieSchweiz, das partnerschaftliche Programm für Effizienz und erneuerbare Energien des Bundes, unterstützten.
Zuverlässige Hybridtechnologie
Kurt Joss, Präsident der Auto-Einkaufskommission des Kantons Basel-Stadt, betreut in der städtischen Fahrzeugflotte unter anderem 16 Toyota Prius, eines der ersten Serienautos mit Hybridantrieb. Dank der Kombination eines Benzin und eines Elektromotors verbraucht dieser Mittelklassenwagen rund einen Drittel weniger Benzin als ein Auto vergleichbarer Grösse. «Ausser Kapazitätsproblemen mit der Starterbatterie bei den ersten Fahrzeugen hatten wir seit Inbetriebnahme keine nennenswerten Ausfälle durch Reparaturen.», bestätigte Kurt Joss in Basel die Zuverlässigkeit der neuen Antriebstechnologie.
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Die Automobil Revue hat den Toyota Prius II im Rahmen ihrer Langstreckentests über 50'000 km auf Herz und Nieren geprüft. «Sowohl mechanisch wie elektrisch war das Auto am Testende in ähnlichem Zustand wie zu Beginn.» lautet das Fazit von Hansruedi Ryf vom ar-Test-Team. «Probleme gab es über die Distanz keine.» Bei ruhiger und vorausschauender Fahrweise habe sich im Stadt- und Agglomerationsverkehr einen Verbrauch von «rekordverdächtigen» vier Liter pro 100 Kilometer ergeben.
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Toyota Schweiz hatte sich gut auf die neue Technologie vorbereitet. Landesweit wurden Mechaniker in 5-tägigen Grundlehrgängen zu Hybridspezialisten ausgebildet. Dieses Wissen hätten sie bisher kaum anwenden können, meinte Hannes Gautschi, Ausbildungsleiter von Toyota Schweiz, und fügte an: «Mittlerweilen werden neue Hybridmodelle bei der Einführung wie alle anderen Modelle behandelt».
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Aufschlussreiche Kundenbefragung
Wie eine Studie der ETH Zürich zeigt, ist der typische Prius-Kunde männlich, 54 Jahre alt, hat eine überdurchschnittlich gute Ausbildung und verdient auch überdurchschnittlich viel. Bei der Entscheidung für dieses Hybridfahrzeuge waren Technik und ökologische Kriterien wichtige Gründe. Nur für 33 von 300 Käufern ist es das allererste oder ein zusätzliches Auto. Das sei eine sehr tiefe Rate für ein Mittelklassenauto, fasste Peter de Haan van der Weg die Erkenntnisse aus der Befragung der Prius-Käuferschaft zusammen.
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Positive Langzeit-Erfahrungen mit E-Bikes
E-Bikes können, wenn sie Autofahrten ersetzen, einen beträchtlichen Beitrag zur Reduktion der verkehrsbedingten Umweltbelastungen leisten. Deshalb wird deren Markteinführung seit einigen Jahren von diversen Behörden, auch in der Nordwestschweiz, gefördert. Um zu erfahren, ob diese Fahrzeuge auch noch nach Jahren ihren Zweck erfüllen, gab das von EnergieSchweiz unterstützte Förderprogramm NewRide eine Untersuchung über Langzeit-Erfahrungen in Auftrag. Laut Ueli Haefeli, Projektleiter bei Interface Politikstudien, haben sich Befürchtungen, E-Bikes stünden nach ein paar Jahren ungenutzt im Keller, nicht bestätigt: «Im Gegenteil: Die jährlichen Fahrleistungen nehmen mit der Zeit tendenziell zu, dies bei einem hohen Zufriedenheitsgrad.», stellte Haefeli in Basel fest.
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Finanzielle Anreize zeigen Wirkung
In einer anderen Studie hat sich Interface Politikstudien mit der Wirkung von finanziellen Anreizen für effiziente Fahrzeuge befasst, wie Haefeli weitere berichtete. Dabei konnte beispielsweise in den Kantonen Luzern und Tessin nachgewiesen werden, dass der Anteil an effizienten Fahrzeugen in Gebieten mit Förderbeiträgen oder reduzierten Motorfahrzeugsteuern, signifikant höher ist. Dass im Tessin dank Förderbeiträgen die Zahl der Neuimmatrikulation von effizienten Fahrzeugen deutlich gestiegen ist, führt er nicht nur auf die Subventionen alleine zurück. Die begleitenden Massnahmen in den Bereichen Marketing und Kommunikation hätten ebenso Wirkung gezeigt.
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Der Kanton Luzern gewährt für Personenwagen mit Elektro-, Erdgas- und Hybridantrieb einen Rabatt von 80% des tiefsten Satzes der Motorfahrzeugsteuer. Netto sind dies Fr. 41.20. Nach Urs Zihlmann von Umwelt und Energie des Kantons Luzern hat eine Umfrage im April 2005 ergeben, dass Fahrzeuge mit Erdgas- und Hybridantrieb mit der neuen Regelung regen Zuspruch finden. Insgesamt erhielten rund 180 Fahrzeuge Rabatt, die Tendenz sei steigend. Elektrozweiräder sind im Kanton Luzern ganz von der Steuer befreit.
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Weitere Informationen: Urs Schwegler, Mitglied der Geschäftsleitung von e’mobile, uschwegler@e-mobile.ch, 079 287 80 46
Der Schweizerische Verband für elektrische und effiziente Strassenfahrzeuge e'mobile bietet neutrale Information und Beratung. Seine Fachstelle EV befasst sich mit allen Fragen rund um Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge.