Neuste Technologie für saubere und sparsame Motoren
Traditionsgemäss gibt der Genfer Automobilsalon einen guten Überblick über die jüngsten Entwicklungen von umweltschonenden und verbrauchsarmen Antriebssystemen. Mit der energieEtikette für Personenwagen propagieren Bund und Automobilbranche gemeinsam ein Marketinginstrument, das die Autointeressierten für den CO2-Ausstoss und die Klimafrage zu sensibilisieren hilft.
Eine deutliche Entwicklung zu immer saubereren und sparsameren Motoren beobachtet René Bautz, Präsident des Schweizerischen Verbandes für elektrische und effiziente Strassenfahrzeuge, e'mobile. Insbesondere erwartet er für 2004 in der Schweiz ein starkes Aufkommen von Hybridfahrzeugen, das heisst von Fahrzeugen mit einem Benzin- und einem Elektromotor, sowie von Gasfahrzeugen, wie er am Autosalon in Genf ausführte. Beide Antriebssysteme bieten wesentliche Vorteile in Bezug auf den CO2-Ausstoss und auf die Umweltbelastung.
Schwerpunkte am Ecocar-Stand 2004
Zusammen mit dem Bundesamt für Energie und seinem partnerschaftlichen Programm für erneuerbare Energien, EnergieSchweiz, mit den Schweizerischen Verbänden aus der Elektrizitäts- und der Gaswirtschaft sowie den Automobilherstellern und -importeuren als Partner zeigt e'mobile am Ecocar-Stand 2004 sechs Fahrzeuge aus diesem Segment: Den Citroën Berlingo électrique als reines Elektrofahrzeug, die beiden Hybridfahrzeuge Toyota Prius und Honda Civic IMA, die Erdgasfahrzeuge Opel Zafira CNG, Fiat Punto Bipower und den von der EMPA Dübendorf und der ETH Zürich entwickelte Prototyp VW CEV Polo. Letzterer hat ein für den Betrieb mit Erdgas optimiertes Antriebssystem mit Katalysator, das es erlaubt, die strengen kalifornischen Normen für ein Super Ultra Low Emisson Vehicle (SULEV) und die Euro4-Normen einzuhalten.
Am Ecocar-Stand erstmals einem breiten Publikum vorgestellt wird Cleaner Drive. Dieses Auto-Umweltbewertungssystem wurde von einem europäischen Konsortium für die Anwendung im Internet entwickelt.
EnergieEtikette als Marketinginstrument
Auch der Direktor von auto-schweiz, Andreas Burgener, hob in Genf die technische Entwicklung zu Motoren hervor, die die Umwelt immer weniger belasten. Magermixmotoren beispielsweise hätten um 30 Prozent bessere Verbrauchswerte und entsprechend tiefere CO2-Emissionen als traditionelle Benzinmotoren. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Energie will die Autobranche die Öffentlichkeit weiter für die Problematik des CO2-Ausstosses sensibilisieren. Am Autosalon lancieren sie einen Wettbewerb zur energieEtikette für Personenwagen, der bis Mitte Jahr in den Ausstellungsräumen des Autohandels weitergeführt wird.
Laut Burgener hält die Branche am Ziel fest, den Flottenverbrauch der Neuwagen bis 2008 auf 6,4 Liter pro 100 Kilometer zu senken, wie dies auto-schweiz mit dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) anfangs 2003 vereinbart hat. Dies gelte auch für das Zwischenziel, wonach der Neuwagen-Flottenverbrauch bis Ende 2004 auf 7,4 Liter pro 100 Kilometer zu senken ist.
Motivation für vernünftige Kaufentscheide
Walter Steinmann, Direktor des Bundesamtes für Energie BFE verwies in Genf auf die zentrale Bedeutung, die der Mobilität bei der Reduktion der CO2-Emissionen zukommt. «Die Klimafrage ist gestellt, wir müssen unsere Emissionen reduzieren, wenn wir global und national langfristig in Wohlstand und Frieden überleben wollen», unterstrich er. Im Bereich der Fahrzeuge stehen für den Bund Massnahmen im Vordergrund, die die Käuferschaft von Personenwagen zu vernünftigen Kaufentscheiden motiviert. Dazu diene vor allem die am Ecocar-Stand prominent ausgestellte energieEtikette. Im Weiteren ist ein Bonus-Malus-System zur Förderung energieeffizienter und emissionsarmer Personenwagen im Rahmen der Automobilsteuer in Vorbereitung. Dieses soll es erlauben, verbrauchsarme Fahrzeuge zu Lasten von Fahrzeugen mit hohem Verbrauch zu verbilligen. Ausserdem sollen biogene Treibstoffe sowie Erdgas als Treibstoff steuerlich entlastet werden.
Der Schweizerische Verband für elektrische und effiziente Strassenfahrzeuge e'mobile bietet neutrale Information und Beratung. Seine Fachstelle EV befasst sich mit allen Fragen rund um Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge.